Murmansk und so... Teil 2

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RolandderÀltere
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Murmansk und so... Teil 2

Beitragvon RolandderĂ€ltere » 25.02.2018, 17:42

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Hallo,

Saint Petersburg hinter- und die Strecke nach Murmansk vor uns:
1.336 Km Straße, also 1 Tag und 2 Stunden auseinander liegen die beiden StĂ€dte Saint Petersburg und Murmansk. Meint Google Maps...
Nur wenige Fahrer scheinen diese Strecke wirklich in 26 Stunden hinter sich bringen zu wollen. Wer aber kann der könnte.

Wenn man sich an manche russische Gepflogenheiten im Straßenverkehr erst einmal gewöhnt hat, findet man (wir) diese oftmals sehr logisch.
Bei uns kopieren? Utopisch, oder wahrscheinlich oft tödlich!
Der kleine Teil dieser Strecke im Video zeigt, wenn man so will, eigentlich eine enorme Harmonie zwischen den doch sehr unterschiedlichen Fahrzeugen mit ihren Fahrern: Ich empfinde das in Anspruch nehmen und Anspruch geben funktioniert fast schon perfekt!
Kein Entgegenkommender scheint (wie ich es bei uns oft empfinde) sich darauf zu berufen „Das darf der doch gar nicht...“ und besteht dann auf „sein Recht“.
Auf solch einer zweispurigen Schnellstraße stehen dann auch schon einmal schnell vier oder auch mehr Fahrspuren zur VerfĂŒgung.

https://vimeo.com/256788914

Seit einiger Zeit kursieren Videos von brutalen VerkehrsunfĂ€llen auf russischen Straßen im Internet.
In Russland gibt es prozentual offensichtlich viel mehr Dashcams in den Autos als bei uns.
Es scheint auch eine viel grĂ¶ĂŸere Fangemeinde von Sensationsaufnahmen in einschlĂ€gigen Foren zu geben.
Wir finden dass durch diese Informationen, wenn sie dann aus dem Zusammenhang heraus angeschaut werden, ein falsches Bild entsteht!
Es gibt mittlerweile ĂŒberwiegend Fahrsituationen ( ĂŒberholen allgemein, aber auch an durchgezogenen Linien, verhalten an Zebrastreifen, Ampeln, BahnĂŒbergĂ€ngen u.s.w.) bei denen wir grĂ¶ĂŸere Disziplin beobachten konnten wie daheim! Objektiv.
Mehrfach erfuhren wir, dass die Kontrollen und darauf folgende Strafen in den letzten Jahren mehr und stark empfindlicher wurden.
Nachahmentswert?

Diese gesamte Strecke dĂŒrften GelĂ€nde- SUV, Offroader oder einfach NurgelĂ€ndefahrende wohl nicht mögen.
Da sie aber vom russischen „Kernland“ in eine strategisch recht sensible Gegend fĂŒhrt, ist ihr Ausbaustandart selbstverstĂ€ndlich perfekt.
Sie beginnt fĂŒr viele Kilometer vierspurig, wird weit vor der Republik Karelien, passend zum Verkehrsaufkommen zweispurig. Immer in einer QualitĂ€t, dass sie auch extrem tiefergelegten „Rennern“ genĂŒgen könnte.

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GelĂ€ndeabenteuer: Nicht auf der Hauptstraße.
Russland hat in den letzten Jahren offenbar enorm in den Straßenbau investiert. FĂŒr „Offroader“ bleibt aber trotzdem auch in dieser Gegend noch ausreichend „Playground“ satt.
Rechts und links dieser Straße Ă€ndert sich die StreckenqualitĂ€t laufend.

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Dieser Streckenabschnitt war auf unserem Navi nicht als besonderes Problem gekennzeichnet. Wir bekamen auch keines.

Ab und an schalteten wir vorsichtshalber schon unser gesamtes Allradprogramm ein, konnten wir doch vor keinem Loch wissen, wie sein Untergrund beschaffen ist und wie tief er liegt...

https://vimeo.com/256822295

Da auf solchen Wegen auch mal etwas am Fahrzeug kaputt gehen kann, gibt es an den Überlandstraßen immer wieder ParkplĂ€tze mit Hinweisschildern, die bei uns undenkbar wĂ€ren:

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Die hilfreiche Rampe gibt so manches Mal Gelegenheit, die Gewichtigkeit eines ungewohnten GerĂ€usches, Geruches oder Gewackels am Fahrzeug grĂŒndlicher zu untersuchen.
2013, auf dem Weg in Richtung SĂŒden, war sie fĂŒr uns in Russland sehr hilfreich. Hatten wir doch gewaltige (KĂŒhlwasser-) Temperaturprobleme. Dieses Mal genĂŒgte sie uns einfach, beruhigend sehen zu können dass „alles im grĂŒnen Bereich“ war.

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Dass Wasser nicht alleine zum waschen da ist, wurde schon viel besungen. Mit unserem Reisemobil gilt es immer wieder nachzutanken.
Wenn es „Wasser satt“ gibt, heißt es abzuwĂ€gen, wie viel man denn bunkern sollte.
Jeder Liter wiegt ein Kilogramm, ist somit auch von 2 Seiten zu betrachten: Werden die Straßen schlechter, dankt das Fahrwerk geringem Gewicht. Bleiben sie gut, Ă€ndert sich fast nur der Bremsweg.
Unsere heilige Kuh hat einen fest eingebauten Tank mit 47 Litern Inhalt. Noch einmal soviel können wir immer in FaltbehÀltern dazu transportieren.

Manche Wassertankmöglichkeiten findet man einfach so neben der Straße:

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Diese Brunnenwasserentnahme machen wir eigentlich nur, wenn es kein frisches, aus „öffentlichem“ Hahn, oder vielleicht aus einer Quelle fließendes Wasser gibt.
Zum waschen bleibt es dann gerne einmal im Kanister, das „bessere“ fĂŒr den Wasserhahn jedoch im Festtank.
Letzteres wird bei jedem Tanken mit Silberionen, wir greifen dabei auf (seit vielen Jahrzehnten bewĂ€hrtes) „Micropur“

https://www.google.de/search?source=hp& ... QU764XYqW4

zurĂŒck, beglĂŒckt.
In einschlĂ€gigen Reiseforen sind zu diesem Thema schon dicke BĂ€nde gefĂŒllt worden...

Auf der Hauptstraße nach Russlands Norden gibt es ein paar gekennzeichnete Wasserstellen.

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Normalerweise wird man auf die schon durch eine Anzahl parkender Autos aufmerksam.
Dort wird dann oft auch in grĂ¶ĂŸerem Stil getankt.

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Was da alles so im Wasser versteckt sein kann:

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Bei dieser Gelegenheit auch gleich noch einmal zu den QualitÀtsstandarts in Russland:
Verpackte Lebensmittel als Selbstbedienungsware besitzt in allen KauflÀden die Kennzeichnung der Mindesthaltbarkeit. ZusÀtzlich aber auch noch das Datum der Herstellung!
WĂ€re vielleicht auch bei uns nachahmenswert?


Weiter entlang dieser Hauptstraße in Karelien gab es leider auch eine sehr traurige Sache:

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Wir konnten im ganzen Stress nicht herauskriegen, was da wirklich passierte.

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Zwei total aufgelöste russische Fahrradtouristen, wild telefonierend und ihr bewegungslos im Straßengraben liegender Begleithund.
So richtig verstanden wir nur „Petrosawodsk“, die vor uns liegende karelische Hauptstadt, und „VeterinĂ€rklinik“.

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Da wir selbst 30 Jahre lang, nacheinander, mit 2 Hunden herumgereist waren, ging uns diese Situation dermaßen unter die Haut, dass wir den Patienten mit seinem Frauchen in einer recht strammen Fahrt in die Tierklinik brachten.

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Trotz unser aller Aufregung, war offensichtlich aber der Papierkram, Registrierung u.s.w., erst einmal das Allerwichtigste. Somit wollten wir das nicht noch mehr hinauszögern, und wissen jetzt nicht, ob dieser Hund wieder herumtollen kann.


Einen Tag spÀter hatten wir eine weitere Begebenheit mit einem Fahrradtouristen. Diesmal war es ein deutscher.

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Wir treten immer in die Bremse, wenn wir unterwegs Fahrradtouristen ausmachen, die vielleicht aus unserer Ecke der Welt kommen könnten. Das hat uns, neben dem Erfahrungs- und Gedankenaustausch, jedes Mal sehr angenehme und interessante Bekanntschaften gebracht. Hier tauschten wir auch wieder Erlebtes aus und erfuhren so, dass dieser mit mir zwar das selbe Geburtsjahr teilt, aber seine Reiseart unserer stark widerspricht:
Stolz berichtete er, dass er Russland schon oft bereiste und es so mag, weil er hier absolut willkommen ist und immer Erfolg hatte, wenn er am nÀchstbesten Gehöft anklopfte um nach einem Schlafplatz zu fragen. Immer erlebe er eine totale Gastfreundschaft inklusive Verpflegung, oft auch noch mit gewaschener WÀsche. Kostenlos, wie er uns versicherte!

In LĂ€ndern, die noch weit weg davon sind, zu viel von uns Touristen zu haben, kann man fĂŒr die Zukunft schnell viel kaputt machen, wenn man die Gastfreundschaft ĂŒberfordert. Meinen wir.
Da wir seit 1971 einige Regionen auf unseren Reisen wiederholt sahen, fanden wir das leider schon bestÀtigt.


Ein „paar“ Kilometer westlich, im finnischen Rovaniemi, steht 364 Tage im Jahr der Weihnachtsmann parat (Wirklich, irgendwo muss er ja hin, wenn er bei uns nach der Bescherung durch den Kamin entfleucht.) möglichst jeden vorbeifahrenden zu stoppen und ihn schon einmal auf Weihnachten einzustimmen. TagtĂ€glich!
Hier in Russland, ebenfalls am nördlichen Polarkreis, hat ein Monument gereicht um ebenfalls sÀmtliche Touristen zu einem Stopp zur Fotosession zu bewegen.

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Vielleicht glauben nicht viele Russen an den Weihnachtsmann. Da an diesem Baum und ringsherum jedoch viele „Opfergaben“ drapiert sind, vermuten wir schon, dass die Spender alle an irgend etwas glauben...

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Hier, nun schon im Norden, trafen wir auf eine touristische Reisegruppe „aus dem Westen“ von denen wir interessantes erfuhren:
Finnische Expeditions-Offroader „On the road“.
Da sieht man wieder einmal, wie man seinen Tourismus auch aussprechen kann. Die Halbinsel Kola hatten wir also auch schon erreicht.

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Ein wenig neidisch wurden wir als wir erfuhren, dass sie als finnische StaatsbĂŒrger schon einmal ein Jahresvisa fĂŒr Russland bekommen und ganz einfach jeden Tag ein- und ausreisen können.
Und manche das auch tun.
Als Anlieger standen ihnen, im kleinen Grenzverkehr, aber auch die beiden nördlichen eigentlich normal internationalen GrenzĂŒbergĂ€nge zu Russland offen.
FĂŒr uns ĂŒbrige BĂŒrger der EU war da absolut kein rĂŒberkommen!
Wegen der FlĂŒchtlingswelle in Richtung EU und Deutschland waren diese GrenzĂŒbergĂ€nge fĂŒr Nichtanlieger aktuell tabu.

Da die Finnen schon einiges von der Halbinsel Kola kannten, gaben sie uns noch den wirklich guten Tipp, doch die Gegend um Teriberka an der Bahrentssee zu besuchen. Doch davon spÀter...

Kurz vor Murmansk wussten wir von einem Country- und Yachtklub „Ristikent“ in Richtung finnischer Grenze, der offensichtlich auch schon mehrfach von deutschen Autotouristen besucht wurde. Wir lasen angenehmes darĂŒber und waren ein wenig neugierig.

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Als einen Platz, an dem man wohl nur, vielleicht auch fĂŒr ein paar Tage, seine Ruhe haben möchte, inclusive Ver- und Entsorgungsmöglichkeit, Strom und Dusche, kann man ihn weiterempfehlen.
Bei unserem Aufenthalt waren wir leider die einzigen Touristen. Die Infrastruktur war noch im Aufbau. Zu sehen gab es aber nur hochwertigstes. Das Restaurant auf Warteposten. Nur die moderne Marina war schon gefĂŒllt, mit sehr modernen Motorbooten. HauptsĂ€chlich mit AngelausrĂŒstung in TopqualitĂ€t.
Die Anmeldeprozedur verlief zwar ein wenig stockend, mit einem Telefonat zwischen uns und dem englischsprachigen Besitzer und Beweisfoto vom Verwalter (er von uns- und wir von ihm):

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Der entschuldigte sich dann aber am nÀchsten Tag perfekt auf englisch. Und zwar elektronisch:
Das Übersetzungsprogramm auf seinem Smartphone war am Vortag „in irgendeiner „Cloud“ oder so auf Warteposten...

Danach war unser erstes Ziel dieser Reise aber auch schon bald erreicht:

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Murmansk stand nicht nur mehr auf unserem Navi.
Eine Großstadt hier ganz oben im Norden. Die grĂ¶ĂŸte der Arktis.

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Eigentlich gibt es hier alles zum einkaufen, was man sich als Reisemobilist so nur wĂŒnschen kann.
Aber nur fast:
Nach den Einkaufserfahrungen unserer Russlandreise 2013 fuhren wir von zuhause mit einer nur halbgefĂŒllten Gasflasche (Gas brauchen wir nur zum Kochen) los. Sahen wir doch da ĂŒberall im Lande viele Tankmöglichkeiten jeglicher Art. Brot bunkert man ja auch nicht fĂŒr die ganze Reise...
Ich glaube, dass ich selbst in Saint Petersburg noch Gastankstellen gesehen hatte. Als ich mir dann aber endlich vornahm, jetzt vor Skandinavien doch wirklich mal nachzutanken, war Schluss. Einfach Schluss mit jeglichem kÀuflichen Propangas. Hier im Norden.
Als Ergebnis erlebte ich dann schon noch einen leicht „ungeraden Haussegen“...
Wir kochen normalerweise am einfachsten auf dem eingebauten 2 Flammengaskocher, bei schönem Wetter, freier Umgebung und fehlendem Zeitdruck gerne auch auf dem Diesel- Außenkocher. Zur Not aber auch im Auto auf dem kleinen Wander- Gazkartuschenkocher. Letztlich dann auch hier eine Zeit lang bis nach Norwegen. Notstand?

Nun, sĂ€mtliche gewĂŒnschten Kochzutaten gab es hier jedoch wieder wie gewohnt.
Selbst mit Sushi wollte man uns fĂŒttern.

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Laut vieler Informationen stellten wir uns die Umgebung von Murmansk, auch wegen mancher militĂ€rischer Sperrgebiete, nicht all zu prickelnd vor und wollten den Tipp der Finnen an der Barentssee aufsuchen. Also konzentrierte sich das Navi auf Teriberka, einem frĂŒher einmal recht prosperierendem Werft- und Fischerdorf.

Heute auch nicht gerade vergessen, wird die Straße dahin weiter unterhalten.

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Die letzten 40 km vor Teriberka erinnerten uns dann doch sehr an viele afrikanische Pisten: „Wellblech“!

https://de.wikipedia.org/wiki/Wellblechpiste

Bisher hatten wir auch auf dieser Fahrt auch schon schlechte Straßen und Wege befahren. Die waren aber immer nur fĂŒr geringe Geschwindigkeiten gut. Über diese, von vielen vorher hier gefahrenen, wellblechartige OberflĂ€che versucht man nun, mit einer möglichst hohen Geschwindigkeit „drĂŒber zu gleiten“ um die RĂ€der nicht in jedes Loch fallen zu lassen.
Bis man die, dann relativ ruhig zu fahrende, Geschwindigkeit erreicht hat scheppert alles in und am Wagen, was nur ein wenig scheppern kann. Grauenvoll fĂŒr Auto und Nerven.
ZurĂŒck von dieser „hohen“ Geschwindigkeit kommt das Gescheppere dann wieder, bis man, z. B. vor einer engeren Kurve wieder ausreichend langsam wird.
FĂŒr unseren FahrradtrĂ€gereigenbau war das die Zerreißprobe, auf die ich schon lange wartete. Eine Ungewissheit weniger. Es gab einfach nichts zu schweißen.

Man erfuhr ja schon zuhause, dass oben an der Barentssee ein gewaltiger Schiffsfriedhof viele Reste der sowjetisch- und jetzt russischen, teils atomar betriebenen, Flotte seine letzte RuhestÀtte gefunden hat.
Ich springe jetzt wohl schon ĂŒber meinen Schatten, wenn ich Euch doch noch meine konspirativ aufgenommenen Fotos davon hier einstelle:

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In Teriberka selbst sieht man noch diverse Zeugnisse seiner glĂŒcklicheren Epoche.

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Die existieren noch, neben denen der Zukunft.

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Wenn auch vieles nicht unseren westlichen Standarts entspricht, die Leute hier machen das Bestmögliche daraus!

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Ich war schon recht beeindruckt von dieser Konstruktion eines „Bastlers“ der ein normales, einfaches, russisches Straßenmotorrad, mit Hilfe breit aufliegender LKW ReifenschlĂ€uche und FörderbandbĂ€nder als Traktionshilfe zu einem Schneemotorrad umgebaut hatte. Jetzt, in der Sommerzeit lag es allerdings „ein wenig auf der Seite“.
Moderne Schneemobile sind in diesen Breitengraden ĂŒberall, so auch hier in ansehnlicher Anzahl vertreten...

Auf unseren beiden Russlandreisen kreuzten wir oft Gebiete, in denen es wĂ€hrend des 2. Weltkrieges „FeldflugplĂ€tze“ gab.
Die wurden von allen Armeen auf natĂŒrlichem Boden mit sogenannten „Luftlandeblechen“ insgesamt ĂŒber viele Quadratkilometer hinweg gebaut.
Als „Sandbleche“ , vor allem in ihrer luxuriösen, weil fĂŒr „Offroader“ leichteren DuraluminiumausfĂŒhrung bekannt, helfen sie in vielen WĂŒsten „eingesandete“ Fahrzeuge wieder flott zu kommen. Überall in Russland wurden, als die Flugfelder nicht mehr gebraucht wurden, UmzĂ€unungen von GrundstĂŒcken damit gebaut. Insgesamt viele, viele Kilometer.
Alle, auch die aller anderen als der sowjetischen Armee, schienen aus der selben Presse gestanzt. Sahen wir dieses Strickmuster doch vielfach auch in Europa und Afrika:

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Hier sahen wir ein neues:

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Barentsseefischereihafen:

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Barentsseeblick:

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BarentsseemĂŒckenschutzbekleidung:

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FĂŒr dieses „Outfit“ war es eigentlich viel zu warm. Die russischen Touristen waren mit ihren Kapuzenshirts, Handschuhen und „Umherschlagbirkenzweigen“ meist besser fĂŒr die MĂŒckensituation hier eingerichtet. Im Auto blieben deshalb alle TĂŒren zu und die Fenstergaze dicht verschlossen.


Die verbleibenden Tage unserer Russlandvisa werden langsam knapp. Ab hier sehen wir uns eigentlich auf der Ausreise. Fast bereuen wir schon, dass wir keine lÀngeren Visa vorweisen können.

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Hier standen wir am Pistenrand um diese staubige Szene zu fotografieren und sollten wieder einmal erleben, was wir schon aus vielen „entlegenen“ Gegenden kannten: Der entgegenkommende hielt an, um uns nach möglichen Problemen zu fragen. Das ist hier meist selbstverstĂ€ndlich.
„Problem“ heißt auf russisch ĂŒbrigens ebenfalls „Problem“.
Es gibt viele Lehnwörter, die man einfach so versteht...

Immer nĂ€her in Richtung Grenze, politisch nun mal der Grenze zwischen Ost und West, erwarteten wir schon „typische“ Besonderheiten. Gut, wo wir direkt an die Grenze kamen, sahen wir natĂŒrlich gewaltige Sicherungsmaßnahmen. Vielleicht sind die ja auch nötig?
Russen werden heute weniger durch diese Grenze an ihrer Ausreise gehindert, wie an der Visapolitik der ZiellÀnder.

Eine wirklich typische Eigenart der aktuellen politischen Ausrichtung empfanden wir dann in Nikel, einer Stadt 7 Kilometer vor der norwegischen Grenze.

http://www.waahr.de/texte/leben-und-tod-nikel

Dass jetzt jeder westliche Tourist diese Stadt, die eigentlich in vielem das Gegenteil einer Vorzeigestadt ist, selbstverstĂ€ndlich ohne Begrenzung besuchen kann, ist nur mit „Glasnost“, also der Offenheit zu erklĂ€ren.
Hier brachten wir es nicht fertig, die total kaputte Vegetation der Umgebung dieser Stadt zu fotografieren.
Wir waren schockiert!
Was wir dann aber zufÀllig an diesem Tag im Stadtzentrum erlebten, war anders
beeindruckend:

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Ich liebe Nikel

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Unter den Augen eines Herrn Lenin fand an diesem Tag hier ein großes Fest der Urbevölkerung dieser Region, der Samen, statt.

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FĂŒr uns, die wir da nur einfach an das Pfingstvolksfest in unserer Heimatstadt
denken, mit all seinen sensationellen „Immerbesserimmerhöherimmerschnellerimmerexclusiver“ Angeboten der FahrgeschĂ€fte, gab es ein gewisses trauriges GefĂŒhl der Ungerechtigkeit ob der dortigen Möglichkeiten. Waren wir hier doch mitten in einer Stadt einer Siegermacht. Sogar einer sehr lukrativen.
Das waren aktuell aber sicherlich nicht die Gedanken der vor Freude strahlenden Besucher.

https://vimeo.com/256946114

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Wir waren aber nicht die einzigen, die an diesem Tag Beweisfotos schossen:

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Nikel hat in unserer Erinnerung an diese Jahresreise einen festen Platz.


NatĂŒrlich haben wir danach bei der allerletzten Gelegenheit, fahren wir doch zur Grenze in die Richtung Kirkenes/Norwegen, noch einmal grĂŒndlich vollgetankt. Diesel!

Im Hinblick auf die immer wieder vernommenen Preise in Skandinavien haben wir uns viele Gedanken gemacht, was wir uns wohl trauen, ĂŒber diese Grenze einzupacken...
Wie gut oder weniger gut unsere Entscheidung dann war, kommt in der Folge, die sich am Anfang in Skandinavien abspielt.

Den Grenzabfertigungsanlagen auf beiden Seiten sieht man hier schon von außen an, dass beide Seiten Wert darauf legen, einen möglichst besseren Eindruck zu hinterlassen, wie „die da drĂŒben“.
Unsere gesamte Ausreiseprozedur aus Russland war nicht der Rede wert.
Selbst unser, nicht abgestempeltes, Registrierungsformular wurde ganz einfach irgendwo abgelegt.

ĐĄĐżĐ°ŃĐžĐ±ĐŸ, Đ ĐŸŃŃĐžŃ. Đ”ĐŸ сĐČĐžĐŽĐ°ĐœĐžŃ. Danke Russland. Auf wiedersehen.
Als Gastgeber bist Du fĂŒr uns mit ganz vorne an der Spitze!

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DemnÀchst geht es dann am Beginn oder Ende des ehemaligen (?) Eisernen Vorhangs weiter.

Auf RĂŒckmeldungen freut sich ab jetzt schon in Niederbayern
RolandderÀltere
der mit dem fussbodenbeheizten, hochschlĂ€ferbestĂŒckten, 15" Syncro,
seiner heiligen Kuh,
und 71 seit 1971 mit VW Bulli bereisten LĂ€ndern.

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Re: Murmansk und so... Teil 2

Beitragvon neujoker » 25.02.2018, 18:24

Ihr habt eine gute Art zu erzÀhlen. :g5
Ich wĂŒnsche allen unfall- und störungsfreie Fahrt mit dem VW-Bus
Joachim
Wann lernen Nutzer zu ihren Fragen auch vernĂŒnftige Angaben zu machen? :roll:
Irren ist menschlich; ich antworte nicht mehr auf PN, also nix mit Privatberatung, fragt im Forum

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Re: Murmansk und so... Teil 2

Beitragvon Getriebekiller » 25.02.2018, 20:19

Ich freue mich auch ĂŒber die beiden tollen Berichte. Danke dafĂŒr!

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Re: Murmansk und so... Teil 2

Beitragvon Bielefelder » 26.02.2018, 11:34

Kann ich auch nur sagen!

Intelligent und interessant geschrieben mit den jeweils den Text unterstĂŒtzenden Fotos und Videos!
Sehr gefallen hat mir auch Deine freundliche Art, dort und hier zu vergleichen.
Nochmals Danke fĂŒr diesen Reisebericht

vom auch so Àlteren Peter
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Re: Murmansk und so... Teil 2

Beitragvon Domi » 25.03.2018, 12:50

Klasse Bericht, Danke dafĂŒr.

Murmansk wollen wir uns diesen Sommer auch anschauen, Über Norwegen ans Nordkap, mit nem Abtecher nach Russland durch Finnland und Schweden wieder gen Heimat.
Ich bin gespannt was uns erwartet :sun
___________________________________________
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